Rattengift Verpackungen

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Was reitet eigentlich manche Giftmischer, ihr Rattengift mit dicken Buchstaben wie ein Sportfanatikermüsli zu beschreiben und vom Aussehen her sich an Billig-Haribos ausm Lidl zu orientieren???

Was denken die sich bei diesem Design?

POWER-PACK!!
Wenn man nicht genau liest, könnte das bei vielen erstmal so als Süßigkeit durchgehen.
Haben Studien herausgefunden, dass dieses Design von den meisten Ratten bevorzugt wird?
Soll das etwa Menschen zum kauf animieren?
Folgendes Szenario, Gärtner Pöschke steht im Baumarkt vor dem Giftschrank:
„Hmmm, nehm ich das Produkt mit dem riesengrossen orangen Totenschädel auf bräunlich-abgeranzten Papier, welches halb abgeblättert ist, oder eine Tüte Haribo um diese verdammten Drecksratten zu ermorden?“

Wo sind die erfahrenen Marketingaffen, wenn man sie mal braucht????
Und nochwas, Ratten können nicht lesen, statt „POWER-PACK!!1!“ könnte man da mal lieber draufschreiben „Gegengift: Vitamin K1“

Für alle Wimmelbildliebhaber und stolze Elektronenmikroskopbesitzer hier mal die Rückseite, wo steckt der lebenswichtige Hinweis:

Bevor man erstmal dazu kommt sich zu fragen was wohl „Antidots“ sind, weiß man aber die genaue Dosierung, die Verpackungsgröße, Anwendungshinweise, den Wirkstoff UND die Firmenanschrift.
„Antidot“ Huh, Gegengift klingt so offensichtlich, da weiß ja direkt jeder, dass es sich um ein Gift handelt, welches sich eventuell auch negativ auf die Organismen anderer Wirbeltiere auswirken könnte.

Da kriegt man echt schlechte Laune bei, wenn man da länger drüber nachdenkt. Ich stelle mir bei sowas ja eh immer vor, wie das (In diesem Falle das Design) wohl entworfen wurde.
Da sitzen dann zwei Marketinglackaffenpraktikanten vor ihrem Photoshop und dann läuft das so in der Richtung ab:

A: „Hmmm, lass uns die Verpackung wie eine Haribotüte aussehen lassen. “
B: „Tolle Idee! Jeder mag Haribo! Und die Farbe, hmmm, Orange? “
A: „Nee, zu unabgefahren! Wie wäre es mit lila und blau und nen groovy weißen Strich, so quer rüber. Guck, geil, oder???“
B: „Shit, du bist der Funkmaster! Machen wir auch nen fetten Totenkopf drauf?“
A: „Nee, das passt nicht so zum Design und könnte potentielle Ökotanten vom Kauf abhalten. Keine Totenköpfe! Und glaube mir, das Produkt muss etwas geheimnisvoll und magisch rüberkommen. Das hab ich damals übrigens in der Marketingabteilung von Yps gelernt, da hatte ich schonmal nen Praktikum gemacht.“
B: „Einleuchtend, du bist so genial! Ist nun aber so leer irgendwie.“
A: „Jaja, warte, schreib hinten in der kleinsten Schriftgröße die du hast den scheisskram aus der Rechtsabteilung und vorne in Riesenbuchstaben Das Firmenlogo und öh, sowas wie POWERPACK über die ganze Frontseite. Feierabend!“
B: „Groovy! kommst du noch mit ne Runde ins coolste Fitnessstudio der Stadt?“
A: „Yea, klar!“

Arschlöcher! Elendige!

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8 Responses to “Rattengift Verpackungen”

  1. webhalf Says:

    den dialog mit den praktikanten hätte ich dir fast abgekauft, aber dann kam das digger…

  2. Nosports Says:

    Ich habs rauseditiert, besser? :D

  3. Yse Says:

    Mindestens einen Idioten hat das Packung-Design ja ganz offensichtlich zum kaufen angeregt.
    –> Haben die Marketing-Affen (!) ihren Job wohl doch nicht so schlecht gemacht ;)

    PS: Im übrigen wundert es mich das du das Zeitschriftdesign des Yps Magazins als ‚magisch‘ ansiehst ^^!, da wäre mir viel zu eingefallen, aber magisch….

  4. Nosports Says:

    Ich hab schon damit gerechnet, genauergesagt wars aber der Verkäufer, der mir das mit den Worten „Das läuft momentan besonders gut“ vorgeschlagen hat. Er hat sich dabei auf die Ratten bezogen. Glaube ich jedenfalls ;)

  5. Jan Gue Says:

    Kannst Du das Zeug frei kaufen? Kann ich mir nicht vorstellen. Genau wie es im Geschäft seperat im Giftschrank liegt, sollte es auch zu Hause lagern, in einem Schrank bei den Gartensachen. Da werden die wenigsten ihren Haribovorrat lagern. Und das Rattengifthersteller das Zeug in Packpapier mit der Aufschrift “ Nicht Kaufen, giftig !“ packen ist doch wohl ein bischen naiv, oder? Auch die wollen verkaufen. Nebenbei, ob mich die zwei Augenkrebs verursachenden Farben zum Kauf animiert hätten weiß ich nicht.

  6. Nosports Says:

    Genau wie es im Geschäft seperat im Giftschrank liegt, sollte es auch zu Hause lagern, in einem Schrank bei den Gartensachen.

    Der Durchschnittsverbraucher will es aber nicht nur horten, sondern auch in der Nähe von Rattennestern auslegen. (Und die Nester sind nicht immer in einem Giftschrank)

    Und das Rattengifthersteller das Zeug in Packpapier mit der Aufschrift ” Nicht Kaufen, giftig !” packen ist doch wohl ein bischen naiv, oder?

    Stimmt, machen nichtmal die Lebensmittelhersteller.
    Wo wir bei naviv sind, wer ist denn bitte so naiv und kauft Rattengift und meint, dass die bald Blumenduft pupsen, den Müll aus den zerfetzten Müllsäcken wieder einsammeln und von selbst umziehen?
    Nein, im Ernst, wer Gift kaufen will, will eben Gift kaufen. Und nichts, wovon die Viecher höchtens eine leichte Bronchitis kriegen. Ich behaupte, viele Warnhinweise können verkaufsfördernd sein.

  7. Susi Says:

    Also das haut mich vom Hocker! =·O
    Ich habe die Packung gesehen und gedacht: okay ein ausländischer Bonbon-Hersteller. Hatte bis dahin nur den Kommentar mit der Haribo Tüte gelesen und nicht weiter auf die Aufschrift geachtet, die ja eindeutig deutsch ist.
    Aber ach du liebe Güte, das kann ein krabbelndes Kleinkind aufreißen und sich bedienen! Die gehören verboten!

  8. Thomas Says:

    Bin da ganz der Meinung von noSports.
    Gift ist Gift und sollte so gekennzeichnet sein, das ist in diesem Falle mehr als unterstützend, darin liegt nunmal der Nutzen eines solchen Produkts.

    Bin wirklich geschockt, das geht ja so garnicht… :o

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